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Institut für Mehrphasenströmungen

Messtechnik am Institut für Mehrphasenströmungen

Makroskopische Particle Image Velocimetry (PIV)
Endoskopische Particle Image Velocimetry
Micro Particle Image Velocimetry (µPIV)
Spektrales konfokales Laserscanning Mikroskop
Farbstofflaser
Faseroptische Konzentrationsmesstechnik für Blasensäulen- und Schlaufenreaktoren
Molecular Tagging Verlocimetry
Mikropraktikumsanlage

 


Makroskopische Particle Image Velocimetry (PIV)

Die Particle Image Velocimetry (PIV) hat sich in vielen Bereichen der Verfahrenstechnik zur Vermessung von Strömungsfeldern etabliert. Das Institut für Mehrphasenströmungen der Technischen Universität Hamburg-Harburg verfügt über ein System aus einem gepulsten Dual YAG-Laser der Firma Quantel Ltd. und einer digitalen CCD Kamera der Firma PCO AG. Der Laser emittiert polarisiertes Licht in einem gebündelten Strahl, das über einen im Raum frei beweglichen Arm in eine Lichtschnittoptik eingekoppelt wird. Der Strahl wird dort zu einem zweidimensionalen Lichtschnitt aufspannt, welcher durch die gewünschte Messposition geführt wird. Die Bildaufnahme erfolgt im rechten Winkel zu dieser Ebene. Abbildung 3 zeigt beispielhaft einen Versuchsaufbau für die Vermessung der Strömung in einem Rührkessel. Dem Medium werden Tracerpartikel zugegeben, die durch die definierte Wellenlänge des Laserlichtes zum Fluoreszieren angeregt werden. Mit zwei Lichtimpulsen wird jeweils ein Bild der fluoreszierenden Partikel aufgenommen. So ergeben sich Bildpaare, die mittels einer Kreuzkorrelation ausgewertet werden. Abbildung 1 zeigt ein einzelnes Rohbild, Abbildung 2 die Auswertung einer Versuchsreihe.

Abb. 1:
PIV-Aufnahme in einem Rührkessel
Abb. 2:
Auswertung einer Versuchsreihe

 

Technische Daten des Systems

Laser

  • gepulster Dual-Nd:YAG-Laser der Firma Quantel (BSLT 220)
  • Wellenlänge: 532 nm
  • Leistungsstufe: Klasse 4, max 230 mJ
  • Pulsfrequenz: max. 25 Hz (im Doppelpuls)


Kamera

  • pco.1600 Bildfrequenz: max. 15 Hz Doppelbildrate
  • Auflösung: 1600 x 1200 Pixel

Steuerung

  • Synchronizer der Firma ILA GmbH

Messwerterfassung - Auswertung

  • Software: VidPIV der Firma ILA GmbH
  • Hardware: QuadCore Centrino PC mit 16 GB RAM

 

Abb. 3: Versuchsaufbau für PIV-Messungen an einem Rührkessel

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Endoskopische Particle Image Velocimetry (Endoscopic PIV)

Die Particle Image Velocimetry (PIV) hat sich in vielen Bereichen der Verfahrenstechnik zur Vermessung von Strömungsfeldern etabliert. Die non-invasive PIV erlaubt in Mehrphasensystemen mit hoher Dispersphasenkonzentration allerdings keine Messungen, da Feststoffpartikel, Tropfen oder Gasblasen in zu hoher Dichte die freie Sicht auf die Lichtschnittebene behindern. Unter diesen Bedingungen ist es möglich, mit Hilfe von Endoskopen näher an die zu untersuchende Messebene zu gelangen. Als Grundaufbau dient dabei ein konventionelles PIV-System. Am IMS kommt hierfür ein System bestehend aus einem gepulsten Dual YAG-Laser der Firma Quantel Ltd. und einer digitalen CCD Kamera der Firma PCO AG zur Anwendung.

Technische Daten des Systems

Laser

  • gepulster Dual-Nd:YAG-Laser der Firma Quantel (BSLT 220)
  • Wellenlänge: 532 nm
  • Leistungsstufe: Klasse 4, max 230 mJ
  • Pulsfrequenz: max. 25 Hz (im Doppelpuls)


Kamera

  • pco.1600 Bildfrequenz: max. 15 Hz Doppelbildrate
  • Auflösung: 1600 x 1200 Pixel

Steuerung

  • Synchronizer der Firma ILA GmbH

Messwerterfassung - Auswertung

  • Software: VidPIV der Firma ILA GmbH
  • Hardware: QuadCore Centrino PC mit 16 GB RAM

 


Abb. 1:
Digitale CCD Kamera mit Endoskop

Der Laser emittiert polarisiertes Licht in einem gebündelten Strahl, das über einen im Raum frei beweglichen Arm in eine endoskopische Lichtschnittoptik eingekoppelt wird. Hierfür wird der Strahl zu einem zweidimensionalen Lichtschnitt aufspannt und sehr nah an die gewünschte Messposition geführt. Im rechten Winkel zur Lichtschnittebene wird die CCD-Kamera mit endoskopischer Sonde positioniert. Abbildung 1 zeigt beispielhaft den Versuchsaufbau mit einer endoskopischen Kamerasonde. Dem Medium werden Streupartikel zugegeben, die durch die definierte Wellenlänge des Laserlichtes zum Fluoreszieren angeregt werden. Nach zwei Lichtimpulsen wird jeweils ein Bild der fluoreszierenden Partikel aufgenommen. So ergeben sich Bildpaare, die mittels Kreuzkorrellation ausgewertet werden. Abbildung 2 zeigt ein einzelnes Rohbild, Abbildung 3 die Auswertung einer Versuchsreihe.

Abb. 2:
Endoskopische PIV-Aufnahme
Abb. 3:
Auswertung einer Versuchsreihe

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Micro Particle Image Velocimetry (µPIV)

Berührungslose laseroptische Messung von stationären und instationären Geschwindigkeitsfeldern in Apparaten mit geringen Abmessungen (µm- bis mm-Skala)

Eine der Kernkompetenzen des Instituts für Mehrphasenströmungen an der Technischen Universität Hamburg-Harburg ist die laseroptische Vermessung von Geschwindigkeitsfeldern mittels Particle Image Velocimetry (PIV).
Das Institut verfügt über ein PIV System der Firma ILA GmbH. Dieses System ermöglicht auch die Anwendung der Laser Induzierten Fluoreszenz (LIF) sowie die Erweiterung zur Micro-Particle Image Velocimetry (µPIV). Eine Erweiterung zum High-Speed-µPIV befindet sich im Aufbau.

Abb. 1: Schema des µPIV-Systems am Beispiel der Vermessung des Geschwindigkeitsfeldes im Nachlauf einer umströmten Hohlfasermembran

Prinzip der Messtechnik

Mit der µPIV-Messtechnik lassen sich Geschwindigkeitsfelder bestimmen, indem Tracerpartikel, welche der Fluidbewegung trägheitslos folgen, mit einem Laser zur Fluoreszenz angeregt und mit einer CCD-Kamera erfasst werden. Durch Korrelation von Tracerpunkten auf zwei Folgebildern wird die Bewegung der Tracer ermittelt und ihre Geschwindigkeit und Richtung errechnet. Abb. 1 zeigt das Messprinzip schematisch.

Spezifikationen des Systems

Laser:

  • Gepulster Dual-Nd:YAG-Laser der Firma Quantel (BSLT 220)
  • Wellenlänge: 532 nm (mittels Farbstofflaser durchtrimmbar von Nah-Infrarot bis Nah-UV)
  • Leistungsstufe: Klasse 4, max. 230 mJ (gepulst)
  • Pulsfrequenz: max. 25 Doppelpulse pro s, min. 1 µs Pulsabstand

Der Laser kann mittels Spiegelarm an unterschiedliche Anlagen gekoppelt werden.

Mikroskop:
inverses Forschungsmikroskop Olympus IX71.
Objektive: 4x, 10x, 20x, 40x (Abb. 2).
Mittels einer Schaukel-Aufhängung lassen sich sowohl vertikale als auch horizontale Strömungen untersuchen.

Probenpositionierung:
Kreuztisch OWIS PKTM 100, motorisiert

  • Stellweg: 100 mm je Achse
  • Präzision: < 25 µm


Kamera:
pco.1600 mit Doppelshutter. Doppelbildrate: max. 15 Hz

Steuerung:
ILA Synchronizer (externe Triggerung möglich)

Messwerteerfassung:

  • Software: VidPIV der Firma ILA GmbH
  • Hardware: QuadCore Centrino PC mit 16 GB RAM

 

Abb. 2: µPIV-System (Mikroskop A, Laser- und LED-Einkopplung B, Kamera-Einkopplung C, Kreuztisch D, Farbstofflaser E, Schaukel F)

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Spektrales konfokales Laserscanning Mikroskop FluoView 1000 (FV 1000, Olympus) mit höchster spektraler und räumlicher Auflösung auf der Basis des motorisierten inversen Forschungsmikroskops IX-81

Dem Institut für Mehrphasenströmungen der Technischen Universität Hamburg Harburg stehen für Forschungsarbeiten modernste Laborausrüstungen zur Verfügung. Dazu zählt vor allem das konfokale Laserscanning Mikroskop FluoView 1000, welches am Institut für die Vermessung lokaler Konzentrationsfelder Verwendung findet. Abbildung 1 zeigt das konfokale Mikroskop der Firma Olympus.

Abb. 1: konfokales Laserscanning Mikroskop FluoView 1000 der Firma Olympus

Besonderheiten:

  • Das System ist mit einem vom Hersteller entwickelten SIM-Scanner ausgestattet, der über zwei unabhängige, vollständig synchronisierte Laserscanner verfügt. Beide erlauben die simultane, d.h. gleichzeitige Laserstimulation und konfokale Beobachtung, so dass schnelle Reaktionen ohne Zeitverzögerung untersucht werden können.
  • Die Laserleistung wird erstmalig in der konfokalen Laserscanning Mikroskopie über eine Feedback Schleife konstant gehalten, so dass stets identische Anregungsbedingungen vorliegen.
  • Das FluoView 1000 erlaubt die Verwendung von UV-Lasern (351nm), sichtbaren Lasern und IR-Lasern (ca. 1250nm) an einem Setup. Die Einkopplung erfolgt über 3 getrennte Kollimatoroptiken.
  • Es können weitere Lasersysteme wie z.B. UV Argon (351nm), 405nm Laserdiode (50mW), 440nm Laserdiode (25mW), 559nm Laserdiode (20mW), 635nm Laserdiode (20mW), IR-Laser nachgerüstet werden.
  • Zur Ausstattung gehören Steuerungsrechner mit Analysesoftware und Aufnahmesoftware sowie ein 30“ TFT-Monitor. Das umfangreiche Softwarepaket umfasst 3D-Visualisierung, Experimentmanager, Kolokalisationen etc.
  • Ein vibrationsisoliertes Tischsystem ist vorhanden. Mittels einer Kippvorrichtung lassen sich auch vertikale Anordnungen untersuchen. Diese Kippvorrichtung befindet sich im Aufbau.

Spezifikationen:

Laser:
multiline Argon (30mW): 458nm, 488nm, 514nm

Mikroskop:
Konfokales Laserscanningmikroskop Fluoview 1000 auf der Basis des motorisierten inversen Forschungsmikroskops IX-81

Bildauflösung/Scangeschwindigkeit:
Die Bildauflösung des Fluoview 1000-Scanners liegt bei maximal 4096x4096, die maximale Scangeschwindigkeit bei 16 frames/sec bei 256x256.

Ortsauflösung:
Die maximale Ortsauflösung liegt weit unter 1µm.

Probenpositionierung:
Die Probe wird über einen motorischen xy-Tisch verfahren.

Messwerteerfassung:
Software: Imaris der Firma Bitplane AG

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Farbstofflaser

 

Abb.1: Farbstofflaser PULSARE Pro (Quelle: Fine Adjustment)

Farbstofflaser Pulsare Pro:

  • Einzelgitter 2400 l/mm, 355nm & 532nm Pumpoptik
  • Abstimmungsbereich 350nm – 740nm
  • Bandbreite < 0.06cm-1 @ 570nm


Laserspezifikation

conversion efficiency:
Nd:YAG pumped 532nm
25% @ 630nm DCM
28% @ 565nm Rhodamine 6G
wavelength reproducibility < 0.005nm
absolute accuracy < 0.01nm
scan linearity < 0.002nm

 

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Faseroptische Konzentrationsmesstechnik für Blasensäulen- und Schlaufenreaktoren

Zur non-invasiven Konzentrationsmessung von gelöstem Sauerstoff steht am IMS eine faseroptische Messtechnik der Firma Presens zur Verfügung. Hierbei dient ein hauchdünner fluoreszierender Pad an der Innenwandung eines transparenten Gefäßes oder Reaktors als Indikator, der mit einer außenliegenden faseroptischen Anregungs- und Ausleseeinheit ausgewertet wird. Abbildung 1 und 2 zeigen ein Beispiel der Verwendung an einem Treibstrahlreaktor im Technikum des Institutes.


Abbildung 1:
Innerer Sensorspot und äußeres Glasfaserkabel


Abbildung 2:
Rechnergestützter Transmitter im Versuchsaufbau

 

Funktionsweise

Im Gegensatz zum LIF-Verfahren wird nach Anregung der Fluoreszenspartikel des Pads mit einer definierten Wellenlänge nicht nur die Intensität der Fluoreszens der Sensorpads zur Auswertung herangezogen, sondern auch die Phasenverschiebung des zurückkehrenden Fluoreszenslichtes. Hierbei wird die Veränderung durch das dynamische Quenching ausgenutzt, wie Abbildung 3 zeigt. Durch Auswertung dieser Parameter lassen sich Sauerstoffkonzentrationen ermitteln, nähere Informationen unter www.PreSens.de


Abb. 3: Einfluss des Sauerstoffs auf die Luminiszens (Quelle: PreSens)

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Messtechnik

News

Das IMS ist mit Beiträgen auf den Jahrestreffen der Fachgruppen "Mischvorgänge", "Mehrphasenströmungen", "Computational Fluid Dynamics" und "Fluidverfahrenstechnik" vertreten.

In diesem Jahr finden die Jahrestreffen der Fachgruppen "Mischvorgänge", "Mehrphasenströmungen", "Computational Fluid Dynamics" und "Fluidverfahrenstechnik" vom 15.03.-21.03. in Weimar statt. Hierbei ist das IMS mit Vorträgen der Themen "Experimentelle Analyse von Strömungs- und Dispersphasenparametern mit Hilfe der endoskopischen Lasermesstechnik für Mehrphasenströmungen", "Experimentelle und numerische Untersuchungen der Mischvorgänge in Hohlfasermembranmodulen" sowie "Experimentelle Untersuchung des lokalen Stofftransports in Taylor-Strömungen" vertreten.

Anmeldung für den Projektierungskurs 2012

Der Projektierungskurs wird in diesem Jahr vom Institut für Mehrphasenströmung organisiert. Dieser findet vom 05.03.-23.03.2012 statt, eine Anmeldung ist ab sofort unter Stud.IP möglich.

Neues internationales Kooperationsprojekt im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010

Am 05. und 06.01.2012 findet das Kick-off-Meeting für das von der "Gulf of Mexico Research Initiative" (GRI) bewilligte Projekt "Center of Integraded Modeling and Analysis of Gulf Ecosystems" (C-IMAGE) in Tampa/Florida statt. Das Kooperationsprojekt wird in enger Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Mehrphasenströmungen und dem Institut für Produktentwicklung und Konstruktionstechnik und dem Institut für Technische Biokatalyse der Technischen Universität Hamburg Harburg sowie verschiedenen internationalen Forschungseinrichtungen durchgeführt.

 

Das Institut für Mehrphasenströmungen wünscht ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr!

Das Institut für Mehrphasenströmungen wünscht ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr!

 

Neues BMBF Verbundprojekt zur Optimierung von Mehrphasenströmumgen für chemische Prozesse

Zum 1.11.2011 wurde vom BMBF das Projekt

Chemische Prozesse – Verbundprojekt: Multiskalenmodellierung von Mehrphasenreaktoren (Multi-Phase) (FKZ: 01RC1102)

am Institut für Mehrphasenströmung in enger Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, KMU’s und Industrieunternehmen bewilligt. Pressebericht

 

TUHH Pressemitteilungen

Vom Netzwerk profitieren

Doktorandenkolleg Luftfahrttechnik an der TUHH

Wer an der TU Hamburg-Harburg seinen Doktortitel in den Ingenieurwissenschaften erwirbt, ist auch im interdisziplinären Austausch geschult. So steht die Kommunikation über die Grenzen der eigenen Disziplin hinweg heute im Mittelpunkt des ersten Doktorandenkollegs des Forschungsschwerpunktes Luftfahrttechnik. Außer einer stärkeren Vernetzung soll den mehr als 50 Luftfahrt-Doktoranden mit einem umfangreichen Vortragsprogramm mit drei Sessions im Konferenzstil ein Einblick in benachbarte luftfahrtrelevante Bereiche ermöglicht werden.

„Es geht darum, die jungen Nachwuchswissenschaftler des Forschungsschwerpunktes Luftfahrttechnk analog zu einem Graduiertenkolleg besser zu vernetzen", sagt Prof. Otto von Estorff, Koordinator des Forschungsschwerpunktes Luftfahrttechnik. Die Doktorandinnen und Doktoranden forschen in unterschiedlichen ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen verteilt auf 14 verschiedene Institute der TUHH. „Für die eigene Doktorarbeit werden oftmals Informationen benötigt, die am eigenen Institut nicht vorliegen, jedoch von einem anderen Institut schnell und problemlos zur Verfügung gestellt werden könnten – vorausgesetzt man weiß voneinander“, sagt Dr. Stephan Lippert. Der Oberingenieur am Institut für Modellierung und Berechnung organisierte die Veranstaltung, von der schon heute feststeht, dass sie dauerhaft ihren Platz in der Doktorandenausbildung bekommen wird. Partiell erfolge bereits ein reger Austausch zwischen einigen Instituten, nun gelte es mit einem jährlichen Kolleg die Strukturen für einen größeren Kreis aufzubauen und zu stabilisieren.

So existieren unter anderem aufwändige CAD-Oberflächenmodelle für typische Flugzeugkabinen-Layouts, die als Grundlage für verschiedenste Berechnungen beispielsweise in den Bereichen Klimatisierung oder Akustik dienen können. Ein anderes Beispiel für eine mögliche Kooperation über die Institutsgrenzen hinweg sei der Einsatz numerischer Verfahren zur Vorhersage der Ausbreitung elektromagnetischer Signale zum einen und akustischer Wellen zum anderen an. Auch wenn dabei grundsätzlich verschiedene physikalische Fragestellungen gelöst werden müssen, lassen sich für solche Berechnungen dennoch die gleichen Methoden anwenden. Da sich die zu lösenden Gleichungssysteme und die daraus resultierende numerischen Probleme stark ähneln, könne ein fachbereichsübergreifender Austausch zur Problemlösung beitragen. Außer der Unterstützung bei speziellen wissenschaftlichen Fragestellungen, die natürlich auch innerhalb der Institute und im Austausch mit Forschern anderer Universitäten und Einrichtungen erfolgt, ist ebenso der Kontakt zu fachlich weiter entfernten Disziplinen von großer Bedeutung.

TUHH - Pressestelle
Jutta Katharina Werner

Bild:

Luftfahrtexperten unter sich: Knapp 50 Nachwuchswissenschaftler der TU Hamburg trafen sich beim ersten Doktorandenkolleg auf dem Campus
Foto: TUHH/Jupitz

Geld für die Kinderforscher an der TUHH

Immer mehr Kinder experimentieren in der Schule und begreifen durch dieses Tun die elementaren naturwissenschaftlichen Zusammenhänge viel leichter und schneller. Das bringt Spaß und motiviert auch für andere Fächer. Zu dieser erfreulichen Entwicklung trägt seit 2007 nicht unwesentlich die Initiative Kinderforscher an der TUHH bei. Mit 2000 Euro, das die Peter-Mählmann-Stiftung dem erfolgreichen Team um Gesine und Professor Andreas Liese im Februar spendete, werden noch mehr Hamburger Kinder in den Genuss dieser Art Förderung kommen.

Denn von der Summe wird das Team weitere zehn so genannter Experimentierkisten anschaffen. 120 davon sind bereits in Hamburger Schulen im Einsatz. Jede enthält Material zum Experimentieren für eine ganze Klasse. „Wir freuen uns sehr über diese finanzielle Unterstützung“, sagte Gesine Liese, deren Kinderforscher-Projekt sich einer großen Nachfrage erfreut. Mehr als 1200 Schülerinnen und Schüler von Grundschulen und weiterführenden Schulen der Metropolregion Hamburg sind in den zurückliegenden fünf Jahren in den Genuss dieser Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Unterrichts gekommen. „Wir haben längst Wartelisten“, sagt Julia Husung, Ingenieurin und von der ersten Stunde an im Kinderforscher-Team.

„Viele Kinder unserer Schule wachsen in einer anregungsarmen und eher bildungsfernen Umgebung auf. Dieses Projekt ermöglicht interessierten Kindern, Erfahrungen zu sammeln, Berührungsängste abzubauen und neue, ihnen häufig unbekannte Berufsfelder kennen zu lernen,“sagte Angelika Fiedler, Schulleiterin Grundschule Clara-Grunwald-Schule, Neu-Allermöhe . Und Rolf Harms, Schulleiter des Heisenberg Gymnasiums, Eißendorf, sieht im forschenden Lernen der Kinderforscher die Chance, naturwissenschaftliche Fragen frühzeitig an die Schülerinnen und Schüler heranzutragen und so naturwissenschaftlichen Unterricht stärker positiv zu besetzen als das bisher der Fall war.“ Er empfiehlt deshalb diese Form des forschenden Lernens in den normalen Unterricht zu integrieren.

Drei Typen von Kursen werden zurzeit in den Grundschulen und weiterführenden Schulen der Metropolregion angeboten: „Experimentieren & Forscher“ ist für die Klassen drei bis vier an jeweils fünf Hamburger Grundschulen mit zahlreichen TUHH-Exkursionen. „Experimentieren pur“ wendet sich an die Klassen drei bis sechs mit zwei TUHH-Exkursionen und wird oft vormittags im Wahlpflichtunterricht angeboten. „Lernen durch Lehren“ zielt auf die Klassen fünf bis neun der weiterführenden Schulen. Mentoren sind Schüler höherer Klassen. Ziel aller Angebote ist die Förderung technisch-naturwissenschaftlich interessierter Kinder durch die Methode des entdeckenden Lernens. Die Kinderforscher schaffen im direkten und übertragenen Sinn Räume, damit Kinder in unserer automatisierten und digitalisierten Welt ihren Forschergeist entdecken können.

Die Peter-Mählmann-Stiftung
1997 gründete die Hamburger Sparkasse (HASPA) anlässlich des Ausscheidens ihres langjährigen ehemaligen Vorstandssprechers und Verwaltungsratsvorsitzenden, Peter Mählmann (1923-2010), eine Stiftung. Ziel der Stiftung ist die Förderung auf den Gebieten Bildung, Erziehung, Kultur und Sport.

TUHH - Pressestelle
Jutta Katharina Werner

Bild:

Einen Scheck in Höhe von 2000 Euro von der Peter-Mählmann-Stiftung erhielt Gesine Liese für die Anschaffung weiterer Experimentierkisten überreicht von Michael Hanelt und Maria Suckow vom HASPA-Firmenkundencenter Süd.
Foto: TUHH/Jupitz

Strahlende Gesichter bei der Preisverleihung des Jugend forscht-Regionalwettbewerbs Elbe

Gymnasium Rissen erhält den Schulpreis

„Uns gefällt, was du im Kopf hast“. Unter diesem Titel zeigten 200 Schülerinnen und Schüler aus Hamburg 100 Projekte auf dem Campus der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Mehr Schüler denn je hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Die Arbeiten kommen aus den Gebieten Biologie, Chemie, Mathematik/Informatik, Physik, Technik, Geo- und Raumwissenschaften sowie Arbeitswelt. Prämiert wurden die Sparten Jugend forscht und Schüler experimentieren.

Beste Ergebnisse erzielten die drei Gymnasien Rissen, Ohmoor und Heidberg. Das Gymnasium Rissen wurde bei der Siegerehrung mit dem Schulpreis der Stiftung Jugend forscht ausgezeichnet.

Allein drei Erste Preise von insgesamt sieben vergebenen entfielen auf das Fachgebiet Biologie. Von der Forschung an der antimikrobiellen Wirkung von Tee ließen sich die Juroren dieser Sparte besonders überzeugen. Lukas Wille und Ybel Geng aus der 9. Klasse vom Matthias-Claudius-Gymnasium errangen einen der insgesamt drei vergebenen ersten Preise. Die weiteren Preisträger sind Oliver Eisermann und Stephen Holway aus der 13. Klasse der Stadtteilschule Stellingen („Schadet die Sandaufspülung auf Sylt mehr als dass sie nutzt?“) sowie Joline Friese und Annika Siggelkow aus der 11. Klasse vom Gymnasium Heidberg („Wärmereaktion des Körpers bei Leistungstraining“).

Den Ersten Preis im Bereich der Technik errang eine Jung-Forschergruppe aus dem Gymnasium Ohmoor mit dem aktuellen Thema „Solarkraftstoff Ethanol – technische und wirtschaftliche Untersuchung der Ethanoldestillation mit Solarthermie. Jonas Danne und Till Pertzborn kooperierten bei der Bearbeitung ihres Themas eng mit der TUHH.

Im Fach Chemie errangen Nora Fleckstein und Christian Ahlers, beide aus der 13. Klasse des Hansa-Gymnasiums Bergedorf, den ersten Preis. Sie beschäftigten sich mit der Messung von Ammoniumionenkonzentrationen.

Alle Sieger des Regionalwettbewerbs aus der Kategorie Jugend forscht werden zur Teilnahme an der Landesrunde am 29. März eingeladen.
Zum vierten Mal fand der  Regionalwettbewerb Hamburg-Elbe an der TUHH statt. Siemens Enterprise Communications als neuer Pate unterstützt den Wettbewerb gemeinsam mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg.

„Neugierde, Forschungsdrang, Ideen und  Einfallsreichtum sind Eigenschaften, die euch wochen- und monatelang angetrieben haben, um in euren Schulen Projekte für diesen Wettbewerb zu entwickeln. Diese Eigenschaften sind ebenfalls  Basis für den Ingenieurberuf, von dem wir als Ausrichter dieses Wettbewerbs hoffen, dass ihr euch einmal dafür begeistern werdet.“

„Der Bedarf an technisch-wissenschaftlichem Nachwuchs in Deutschland ist erheblich. Unser Reichtum als Exportnation liegt nicht in Bodenschätzen, sondern in Know-How“, erklärt Andreas Kaska, Leiter Governance & Quality Management und Ausbildungsleiter bei Siemens Enterprise Communications, das Engagement. „Es ist uns als global führendem Anbieter von Lösungen für die Unternehmenskommunikation deshalb wichtig, Kinder und Jugendliche möglichst früh von Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Schließlich wachsen hier auch die Fachkräfte heran, die wir selbst dringend brauchen.“ Der Kommunikationsanbieter aus München bietet in praktisch allen Ballungsräumen von Deutschland Ausbildungsplätze – auch kombiniert mit Bachelor- und Masterstudiengängen – im technischen und wirtschaftlichen Bereich an.

TUHH - Pressestelle
Rüdiger Bendlin

Bild:

Jugend Forscht - Regionalwettbewerb Elbe
Foto: TUHH

Siemens Enterprise Communications unterstützt Forschernachwuchs

Kommunikationsanbieter steht Pate für Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ gemeinsam mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg

Wenn der Bonsai zu Hardrock wippt und Sägemehl zum Ölaufsagen benutzt wird, der Effekt von Kaugummikauen auf das Gehirn sowie die antimikrobielle Wirkung von Tee untersucht wird – dann ist wieder „Jugend forscht“-Wettbewerb. Zum vierten Mal präsentiert sich heute und morgen beim Regionalwettbewerb Hamburg-Elbe der kleine und große Forschernachwuchs bei „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“. Siemens Enterprise Communications unterstützt den Wettbewerb zusammen mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) mit einer Patenschaft.

Beim diesjährigen Regionalwettbewerb Hamburg-Elbe stellen sich 100 Projekte (2011: 81 Arbeiten) aus den Gebieten Biologie, Chemie, Mathematik/Informatik, Physik, Technik, Geo- und Raumwissenschaften sowie Arbeitswelt mit insgesamt 200 Teilnehmern (2011: 170 Teilnehmer)  dem Urteil der Jury.

Die Siegerehrung im Auditorium Maximum der TUHH am morgigen Samstag beginnt um 11.30 Uhr. Davor erfolgt ab 10.00 Uhr ein öffentlicher Rundgang durch die Projekte. Alle Interessierten und besonders Eltern mit ihren Kindern sind herzlich eingeladen, sich die Arbeiten des Forschernachwuchses anzusehen.

Der Wettbewerb steht in diesem Jahr unter dem Motto „Uns gefällt, was Du im Kopf hast“. Am heutigen Freitag werden die teilnehmenden Projekte vorgestellt und bewertet. Dazu werden einige Gäste der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung, Dr. Elke Hertel und Wolfgang Mohr, sowie der Vizepräsident für Forschung der TUHH, Professor Dr. Jürgen Grabe, vor Ort sein. Dazu Prof. Grabe an die Teilnehmer des Wettbewerbs:“ Neugierde, Forschungsdrang, Ideen und  Einfallsreichtum sind Eigenschaften, die euch wochen- und monatelang angetrieben haben, um in euren Schulen Projekte für diesen Wettbewerb zu entwickeln. Diese Eigenschaften sind ebenfalls  Basis für den Ingenieurberuf, von dem wir als Ausrichter dieses Wettbewerbs hoffen, dass ihr euch einmal dafür begeistern werdet.“

 „Der Bedarf an technisch-wissenschaftlichem Nachwuchs in Deutschland ist erheblich. Unser Reichtum als Exportnation liegt nicht in Bodenschätzen, sondern in Know-How“, erklärt Andreas Kaska, Leiter Governance & Quality Management und Ausbildungsleiter bei Siemens Enterprise Communications, das Engagement. „Es ist uns als global führendem Anbieter von Lösungen für die Unternehmenskommunikation deshalb wichtig, Kinder und Jugendliche möglichst früh von Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Schließlich wachsen hier auch die Fachkräfte heran, die wir selbst dringend brauchen.“ Der Kommunikationsanbieter aus München bietet in praktisch allen Ballungsräumen von Deutschland Ausbildungsplätze – auch kombiniert mit Bachelor- und Masterstudiengängen – im technischen und wirtschaftlichen Bereich an.

In der Vergangenheit hat Siemens Enterprise Communications mehrfach Projekte im Ausbildungsbereich gefördert, ob Schulen, wie das Heinrich-Heine-Gymnasium in Bitterfeld-Wolfen, oder Hochschulen, die zum Beispiel von einer kostenlosen WebCollaboration-Testphase von drei Monaten profitieren können. Neben dem Regionalwettbewerb Hamburg-Elbe unterstützte das Unternehmen finanziell auch den Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in Hildesheim.

Über Siemens Enterprise Communications
Siemens Enterprise Communications ist ein führender Anbieter von End-to-End-Lösungen für die Unternehmenskommunikation. Kommunikationssysteme, Netzwerk-Infrastrukturen und Sicherheitslösungen sind Bestandteile des Portfolios von Siemens Enterprise Communications. Offene, standardbasierte Architekturen führen Kommunikations- und Unternehmensanwendungen zusammen und ermöglichen so die nahtlose Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen. Dieser so genannte „Open Communications“-Ansatz stellt Anwendern einfach zu implementierende Lösungen zur Verfügung, die sich reibungslos in ihre vorhandenen IT-Umgebungen einfügen und damit nicht nur ihre Produktivität erhöhen, sondern auch ihre Kosten reduzieren. Darauf basiert das OpenPath® Angebot von Siemens Enterprise Communications, das Kunden die Minimierung von Risiken und die wirtschaftliche Einführung von Unified Communications ermöglicht. Zu dem gemeinsamen Tochterunternehmen von The Gores Group und der Siemens AG gehören auch die Cycos AG und Enterasys Networks.

Weitere Informationen zur Siemens Enterprise Communications oder zu Enterasys finden Sie unter http://www.siemens-enterprise.de/ bzw. http://www.enterasys.com/.

Siemens Enterprise Communications & Co. KG ist ein Markenlizenznehmer der Siemens AG.
HiPath, OpenOffice, OpenScape und OpenStage sind eingetragene Marken der Siemens Enterprise Communications GmbH & Co. KG oder verbundener Unternehmen. Alle anderen Firmen-, Marken-, Produkt- und Service-Namen sind unter Umständen Marken oder eingetragene Marken ihrer jeweiligen Inhaber.

TUHH - Pressestelle
Martina Brinkmann

Bild:

Wettbewerbsleiter Malte Renius lässt sich die Experimente erläutern
Foto: Brinkmann/TUHH

Schallschutz für marine Lebewesen

Forscher der TU Hamburg-Harburg untersuchen Wirkung von Dämmmaßnahmen

Der Schallschutz mariner Lebewesen beim Bau von Offshore-Windenergieanlagen steht im Zentrum eines Forschungsprojektes an der TU Hamburg-Harburg (TUHH). Beim Einrammen der Gründungen in den Meeresboden entsteht extremer Lärm. Dieser kann besonders für Schweinswale lebensbedrohlich sein. Gemeinsam mit dem Geotechniker Professor Jürgen Grabe entwickelt der Akustikexperte Professor Otto von Estorff ein Berechnungsmodell zur Vorhersage des Rammschalls sowie der Wirksamkeit verschiedener Schallschutz-Maßnahmen.

Noch gibt es für Offshore-Pfahlgründungen keine wirksamen Schallschutzmaßnahmen, die sich in den Errichtungsprozess reibungslos integrieren lassen und zugleich wirtschaftlich sind. Untersucht wird derzeit unter anderen der so genannte Blasenschleier: Dabei werden über spezielle Schlauch- oder Rohrsysteme entlang des Pfahls Luftblasen ins Wasser gepumpt. Von der dadurch um den Pfahl entstehenden ‚Blasenwand‘ können die Druckwellen im Idealfall deutlich gemindert und somit die Grenzwerte eingehalten werden.

Mit dem Simulationsmodell, das an der TUHH entwickelt wird, sollen künftig der Schalleintrag und auch die Effizienz von Maßnahmen zur Schallminderung beurteilt werden können. 4,7 Millionen Euro stellt das Bundesumweltministerium Hamburgs Technischer Universität in  den kommenden vier Jahren für dieses Verbundprojekt zur Verfügung, an dem auch Experten der Leibniz Universität Hannover und der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel beteiligt sind.

Außer der Entwicklung eines Berechnungsmodells zur Vorhersage des Unterwasserschalls bei Offshore-Rammarbeiten ist auch die Validierung anhand umfangreicher Offshore-Tests vorgesehen. Der erste wird etwa 100 Kilometer vor der Küste nordwestlich der Nordsee-Insel Borkum im Offshore-Windpark BARD Offshore 1 stattfinden. Während dort die Blasenschleier-Methode untersucht werden wird, sollen in den folgenden Tests auch andere Schallschutzmaßnahmen wie Hüllrohre oder Dämmschalen auf ihre Wirksamkeit untersucht und mit dem Rechenmodell abgeglichen werden.

„Unser langfristiges Ziel ist der Aufbau eines gemeinsamen Kompetenznetzwerkes Hydroschall“, sagt Dr. Stephan Lippert. Der Oberingenieur am Institut für Modellierung und Berechnung der TUHH ist Koordinator dieses großen Verbundprojektes. In etwa vier Jahren, so rechnet er, werde man vor Beginn der Rammarbeiten am Computer exakte Aussagen über den beim Rammen freigesetzten Hydroschall treffen und das Minderungspotenzial möglicher Schallschutzsysteme abschätzen können.

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern entstehen die Offshore-Windparks der deutschen Nordsee sehr weit vor den Küsten in Gebieten mit Meerestiefen von bis zu 40 Metern. Dabei werden je nach Fundament-Typ ein oder mehrere Gründungspfähle aus Stahl mit Durchmessern von mehreren Metern teilweise 30 Meter tief in den Meeresgrund gerammt. Jeder Rammschlag verursacht eine Druckwelle, die sich im Wasser sehr gut ausbreiten kann und auch in einer Entfernung von etlichen Kilometern noch nachweisbar ist. Abhängig von der Pfahlgeometrie, dem Baugrund sowie der Rammenergie sind Hydroschallpegel möglich, die ohne weitere Schallschutzmaßnahmen über dem vom Umweltbundesamt in 750 Metern Entfernung von der Baustelle vorgeschriebenen Grenzwert von 160 Dezibel liegen können. Da Schweinswale mit dem Gehör navigieren, droht diesen Säugern in Folge eines Hörschadens die komplette Orientierungslosigkeit.

Für Rückfragen der Medien:
TU Hamburg-Harburg
Institut für Modellierung und Berechnung
Prof. Dr.-Ing. Otto von Estorff
Tel.: 040/ 42878-3032
E-Mail: estorff@tuhh.de

TUHH - Pressestelle
Jutta Katharina Werner

Bild:

Professor Otto von Estorff
Foto: TUHH/Jupitz